DKIZ

Deutsches Kontakt- und Informationszentrum in Griechenland

Archive for September, 2007

Griechische Brandkatastrophe und Hilfsinitiativen

Im Monat danach -
Lassen Sie uns nicht einfach zur Tagesordnung übergehen!

Die Brandkatastrophe in Griechenland sollte auch für diejenigen, die nicht in den betroffenen Gebieten leben, weiterhin ein zentrales Thema bleiben, denn ihre Folgen werden uns alle betreffen!
Die verheerenden Feuerstürme, die während der vergangenen Wochen über große Teile Griechenlands hinwegfegten, haben fast 70 Menschenleben gefordert. Tausende Mitbürger, hauptsächlich Bauern, Hirten oder Kleinunternehmer verloren ihre Existenzgrundlage. Eine Fläche von der Größe Luxemburgs mit ca. 4,5 Millionen Olivenbäumen, Weinbergen und riesigen Waldbeständen wurde eingeäschert, unzählige Nutz- und Wildtiere starben. Eine erste finanzielle Überlebenshilfe gegen die ärgste Not kam u.a. von der griechischen Regierung unter dem Druck des Wahlkampfes.  Weiterlesen..Ganzen Artikel zeigen »

Erstellt in 6 Europäisches Netzwerk, 7 Umweltschutz und Tierschutz am 30 September 2007

Freiwillige Waldschutzinitiative der Gemeinde Athen/Kaissariani

„NGO“/ „MKO“, Bürgerinitiativen, Selbsthilfe-Organisationen – und das DKIZ

Die Bedeutung und Notwendigkeit unparteilicher, politisch unabhängiger Gruppen und Vereine, die auf dem Gebiet des Umweltschutzes, der Nachbarschaftshilfe und im weiteren sozialen Bereich arbeiten, wird auch in Griechenland immer mehr anerkannt und gefördert. Das DKIZ ist seit seinem Bestehen mit vielen, sowohl griechischen, griechisch-deutschen und deutschen Gruppen, die in Griechenland „MKO“ – (Μη Κυβερνητικές Οργανώσεις) genannt werden, in Kontakt und mit einigen besteht bereits seit langem eine freundschaftliche Zusammenarbeit.
In der Folge möchten wir einige dieser Initiativen vorstellen. Aus aktuellem Anlass beginnen wir mit einer Gruppe aus der Gemeinde Kaissariani: die „Freiwillige Waldschutzinitiative der Gemeinde Athen/Kaissariani“ (ΕΔΔΚ). Sie wurde 1985 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters von Kaissariani, Panagiotis Makris, zum Schutz des Waldgebiets am Hymettos und zur Brandprophylaxe gegründet. Heute hat die ΕΔΔΚ 175 geschulte Mitarbeiter (45 Frauen und 130 Männer zwischen 18 und 55 Jahren); 45 % der ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter wohnen in Kaissariani. Seit Jahren sind diese engagierten Umweltschützer jeden Sommer in Bereitschaft und halten Wache in Schichten; bei vielen Bränden leisteten sie bereits in der Früherkennungsphase mit den beiden Löschfahrzeugen engagierten Einsatz und halfen später bei der Wiederaufforstung mit. In Zusammenarbeit mit anderen Gruppen sind sie auch bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen im Einsatz (siehe auch Fotopräsentation auf der homepage des DKIZ). Sollten Sie an einer Mitarbeit interessiert sein, wenden Sie sich bitte an den Koordinator der Initiative, Herrn Exarchopolos, T. 210-7244042, E-mail: exar@acci.gr, oder Herrn Stojannis, Mobil-T. 697 6902092,  homepage: http://www.dasoprostasia.gr

Erstellt in 7 Umweltschutz und Tierschutz am 30 September 2007

Aus der Kueche geplaudert

Kennen Sie das kretische „Dako“-Rezept? Es ist ideal wenn Sie keine Lust zum Kochen haben und Ihr griechischer Partner „Butterbrote“ zum Abendessen ablehnt.
Man nehme pro Person einen Dako (kretischer traditioneller grober Zwieback, besonders gut sind die Gersten-Dakos), beträufelt diesen auf einem Teller mit 2 Esslöffel Wasser und wartet, bis das Wasser aufgesogen ist, anschließend 1 Esslöffel Olivenöl und dann sind im Anschluss der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Bestreuen Sie mit Salz, Pfeffer, Oregano, etwas Essig oder Tsatsiki, gekrönt mit Tomaten, oder Melitsanosalata und Oliven, oder Feta mit Tomaten – Sie werden sich wundern, wie gut diese gesunde Bereicherung Ihres Küchenplanes bei Ihrer Familie ankommt – und Ihnen das Leben erleichtert!

Erstellt in Nützliches am 30 September 2007

Private Krankenversicherung in Griechenland

Unser Mitglied Christel Schneider-Andrikopoulos berichtete in s+a Juli/August 2007 über ihre Hüftoperation in Deutschland und wies darauf hin, wie wichtig es ist, nach Möglichkeit eine private zusätzliche Krankenversicherung zu haben. Sie berichtet jetzt weiter von den Erfahrungen mit ihrer privaten Krankenversicherung und schreibt dazu: „Inzwischen habe ich meine Erfahrungen bei der Kostenabrechnung mit meiner Versicherung gemacht. Ich sage nach wie vor, dass Zusatzversicherungen notwendig sind. Wichtig ist aber, sich bei mehreren Versicherungen Angebote einzuholen. Meistens sind Krankenversicherungen noch mit anderen Versicherungen gekoppelt (Lebensversicherungen, Rentenversicherungen etc.) Die Angebote müssen unbedingt verglichen werden; man kann auch Sonderwünsche verhandeln, wenn das Standardangebot sie nicht enthält (z.B. Kostenübernahme im Ausland, Inflationsraten bei festen Entschädigungssummen). Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass die Versicherungsdauer unbegrenzt („isovia“) ist. Gern werden nämlich Einschränkungen oder sogar Ausschlüsse ab einer bestimmten Altersgrenze (65-70 Jahre) in den Vertrag genommen. Das soll zwar in Zukunft innerhalb der EU verboten sein, wird in Griechenland aber noch nicht berücksichtigt. Bei bereits vorhandenen Verträgen sollte dieser Punkt auch in Zukunft im Hinblick auf die EU-Rechtsprechung verfolgt werden. Nun zu den Abrechnungsmethoden der Versicherungen: Was im Vertrag steht bzw. was wir Laien daraus lesen, ist für die Versicherungen nicht unbedingt bindend. Man hat bei mir zumindest versucht, Geld bei der Erstattung zu sparen, obwohl die Vertragsbedingungen klar und deutlich waren. Bei den Kosten für die Reha-Maßnahmen zeigte sich auch, dass man in Griechenland diese Behandlungsform und somit Rehabilationszentren nicht als Klinik bzw. Krankenhaus anerkennt. Nur mit dem Hinweis “ausnahmsweise” wurden mir ca. 30 % für den Reha-Klinikaufenthalt erstattet, aber wie im Vertrag vorgesehen 80 % für die Therapien und ebenfalls 80 % für die ärztliche Betreuung. Bei den Reisekosten, die ganz zu erstatten gewesen wären, zog man mir 20 % ab, aber dieser Betrag war so gering, und ich war auch des Handelns und Verhandelns müde, so dass ich den Abzug akzeptiert habe. Insgesamt wurden mir von den Gesamtkosten in Höhe von 15.491,89 Euro 11.151,21 Euro erstattet.“

Erstellt in 4 Gesundheit - Rente am 30 September 2007

Erbschaftsannahme

Erbschaftsannahme
Rechtsanwältin Christina auf dem Graben, Patras, Kontaktfrau des DKIZ für den Peloponnes, schreibt uns: „Aufgrund verschiedener Nachfragen noch eine Ergänzung zum Thema Erbschaftsannahme aus s+a vom April 2007: Schlagen Sie eine Erbschaft (z.B. aufgrund von Überschuldung des Nachlasses) aus, tritt automatisch der Erbe der nächsten Ordnung in die Erbfolge ein. Beispiel: Sie sind Einzelkind und ein Elternteil stirbt, Sie schlagen die Erbschaft aus. Damit erben automatisch Ihre Kinder. Nunmehr haben auch diese die gleiche Frist wie Sie, um die Erbschaft auszuschlagen, also vier Monate nach Kenntniserlangung der Ausschlagung der Erbschaft durch Sie (bzw. ein Jahr, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Ausland hatte oder der Erbe von dem Erbfall erfuhr, während er sich im Ausland aufhielt). Im Gegensatz zu Deutschland wird man in Griechenland allerdings nicht vom Gericht darüber informiert, dass der Erbe die Erbschaft ausgeschlagen hat. Das bedeutet aber (z.B. bei entfernten Verwandtschaftsverhältnissen, wo man den Erblasser ggf. nicht einmal kennt), dass die Frist für die Erbausschlagung grundsätzlich nicht zu laufen beginnt.“

Erstellt in 2 Rat / Recht am 30 September 2007

Alter und Rente

In den DKIZ-Beratungen wird immer wieder festgestellt, dass Frauen ihre eigene Altersvorsorge sträflich vernachlässigen. Jahrzehntelang arbeiten sie im Geschäft oder Unternehmen des Ehemanns mit, im Regelfall als Vollzeitkräfte, sind aber meist nicht bei der IKA versichert. Häufig besteht Unkenntnis darüber, dass IKA nicht nur für die Krankenversicherung zuständig ist, sondern auch der gesetzliche Rentenversicherungsträger ist. Über die Krankenversicherung des Ehemannes wird zwar die Krankenversicherung der Frau als Familienversicherte abgedeckt, aber einen eigenen Rentenanspruch erwirbt die unversichert mitarbeitende Ehefrau nicht. Einen Versorgungsausgleich im Fall der Scheidung, dass nämlich Rentenansprüche aufgeteilt werden, kennt das griechische Recht nicht. Die Zeit, die Sie jetzt unversichert verstreichen lassen, ist für Ihre Rente endgültig verloren. Dieser Schaden kann auch nicht mehr repariert werden. „Merke: Tadle nicht den Fluss, wenn Du ins Wasser fällst!“

Erstellt in 4 Gesundheit - Rente am 30 September 2007

Schwarzer Herbst in Griechenland

„Eine Tragödie, deren politische, mentale, soziale Dimensionen im Moment noch kaum begreifbar sind“, nennt Petros Markaris, der inzwischen auch in Deutschland bekannte Krimi-Autor (u.a. Hellas-Channel, zuletzt: Der Großaktionär) in der Berliner „Tageszeitung“ vom 30.8.2007 die Brandkatastrophe auf der Westpeloponnes. Dass am Abend zuvor ca. 15.000 schwarz gekleidete Menschen sich in schweigendem Protest auf dem Athener Syntagma-Platz drängten und in anderen griechischen Städten ähnliche Versammlungen stattfanden, ist ein Hinweis auf die Stimmung, die derzeit im ganzen Land herrscht. „Muss dein Sofa brennen, damit du aufstehst?“ so hieß es auf einem Plakat, das eine Athener Teilnehmerin vor sich hertrug. 4,5 Millionen Olivenbäume sollen in einer Woche verbrannt sein, eine schier unglaubliche Zahl; mit ihnen wurde die Mühe und Arbeit von Jahrhunderten zerstört. Gilt auch hier, dass die Hoffnung zuletzt stirbt?

Erstellt in 5 Griechischer Alltag, 7 Umweltschutz und Tierschutz am 30 September 2007